Montag 06.06.2011, ab 20:30 Uhr

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Protest in München seit 1945“ findet an diesem Tag bei uns eine Veranstaltung des Netzwerks kritische Migrations- und Grenzregimeforschung zum Thema „Von den Kämpfen der „Gastarbeiter“ in München bis zur aktuellen Kontroverse über MigrantInnen an Europas Außengrenzen (Frontex, Dublin II, Grenzcamps etc.)“ statt. Ein Sofa-Talk mit Simon Goeke, Historiker und Bernd Kasparek, Europäische Ethnologie, Hg. von „Grenzregime: Diskurse, Praktiken, Institutionen in Europa“.
An diesem Abend wird der große Bogen von gestern zu morgen geschlagen, es wird einerseits auf die Proteste der MigrantInnen zurückgeschaut, die über die Gastarbeiter-Anwerbeverträge kamen, in München u.a. die so genannte Kindergeldkampagne, der Kampf um das kommunale Wahlrecht, oder die spontanen Streiks italienischer Arbeitern bei BMW. Diese Proteste haben die Lebensrealität der ersten Generation und ihrer Nachkommen nachhältig verändert.
Andererseits sehen sich die heutigen MigrantInnen mit ganz anderen Hindernissen bereits auf dem Weg ins Einwanderungsland Deutschland konfrontiert. Europa macht mobil gegen Zuwanderer – mit verheerenden Folgen für die Individuen auf der Flucht. Dennoch erreichen neue ZuwandererInnen auch die bayerische Landeshauptstadt. Das kommunale Regieren der Migration hat sich in den letzten 50 Jahren stark verändert. Und migrantische Proteste artikulieren sich heute entsprechend verändert u.a. gegen das europäische Grenzregime.
Beide Wissenschaftler promovieren an der LMU und sind Mitglieder des Netzwerks kritische Migrations- und Grenzregimeforschung.