Am Mittwoch, den 01.06.2016 um 19:30 Uhr wollen wir in der Ligsalzstraße 8 zusammen mit Aktivist_innen aus Westafrika und Europa über die Entwicklung der Grenzregime aus der Perspektive selbstorganisierter Basisbewegungen diskutieren.


EU-Migrationsregime und West Africa – Sichten von Bewegungsaktivist_innen aus Mali und Europa mit:

Inna Touré (Afrique-Europe Interact Frauensektion, Mali) und Ousmane Diarra (Malische Vereinigung der Abgeschobenen / AME) diskutieren Perspektiven gemeinsamen Widerstands durch Afrikanische und europäische Basisbewegungen, sowie afrikanische Antworten gegen den Tod von Migrant_innen und Flüchtenden auf den Meeren und Reisewegen.

Im Zuge und unter dem Vorwand der sogenannten „Flüchtlingskrise“ intensivieren die EU-Staaten ihre gemeinsamen Bemühungen, afrikanische Migrant_innen an der Einreise in das Gebiet der EU zu hindern und Migrant_innen aus Europa effektiver abzuschieben. Die EU forciert Rückübernahmeabkommen für Abschiebungen unter dem Vorzeichen der EU-Afrika-(Entwicklungs-)kooperation, inklusive der geplanten Einführung standardisierter EU-“Heimreise“zertifikate für die Abschiebung afrikanischer Staatsbürger_innen und bilateraler Abschiebe-Deals. Innerhalb afrikanischer Zivilgesellschaften gibt es einerseits diejenigen, die sich an EU-finanzierten Kampagnen gegen „illegale Migration“ beteiligen, aber auch Stimmen des Widerstands für die Verteidigung der Bewegungsfreiheit.

Die Referent_innen analysieren den sog. „La Valetta – Aktionsplan“, der während des EU-Afrika- Migrationsgipfels im November 2015 erstellt wurde, hinsichtlich der praktischen Auswirkungen auf die afrikanischen Gesellschaften. Einige der konkreten Ergebnisse multi- und bilateraler Nachfolgetreffen, bei denen die CEDEAO-Staaten eine zentrale Rolle gespielt haben, sind: Zunehmende Zahl an Zurückschiebungen von Geflüchteten und Migrant_innen, der Bau von „Aufnahme“lagern zum Festhalten und „Zurückschieben“, die Präsenz von mit FRONTEX kooperierendem Sicherheitspersonal an afrikanischen Flughäfen, sowie die Errichtung strengerer Kontrollen entlang innerafrikanischer Grenzen und Reiserouten.

Die Veranstaltung findet in Französisch mit deutscher Übersetzung statt.

Es werden Spenden für die Fahrtkosten gesammelt werden.