03.05.2010 ab 19:00 Uhr



…wir nennen es neocolonialismo

19:00 Mexikanisches Essen
20:00 Diskussionsveranstaltung mit

Lorena Zelaya, Honduras
Carlos Aguilar, Costa Rica

veranstaltet von: Ökumenisches Büro, Venezuela Avanza, SDAJ München

Lange Zeit galt auch in vielen Teilen Lateinamerikas das neoliberale Modell als alternativlos: Exportorientierung, Privatisierungen öffentlicher Dienstleistungen, Sozialabbau. Seit etwa 10 Jahren jedoch wird auf dem ganzen Kontinent mit Alternativen experimentiert, und nicht nur auf Regierungsebene. Soziale Bewegungen beziehen sich z.B. auf die sog. Gemeingüter, die vielerorts in langer kultureller Tradition stehen und gegen den Zugriff der Interessen von Privatisierung und Profit verteidigt werden.
Unterdessen kämpft die EU um den Erhalt der Vorteile, die ihr das neoliberale Modell bietet. Aktuell versucht sie, Zentralamerika, Peru und Kolumbien für Freihandelsabkommen zu gewinnen, die dieses Modell verfestigen sollen, das Modell der Macht des Stärkeren, des Wachstums um jeden Preis, der Spaltung in Arm und Reich.
Die EU weiß, dass ihr Ruf als Wahrerin der Menschenrechte ihr größtes Kapital ist und verbirgt ihre Interessen hinter Formulierungen wie „Assoziierungsabkommen“, „Politischer Dialog“, „Entwicklungs-zusammenarbeit“.
Dass jedoch die Durchsetzung ihrer Weltmachtinteressen ihr zentrales Motiv ist, zeigt sich darin, dass sie dafür selbst mit Regierungen wie der von Porfirio Lobo in Honduras zusammenarbeitet, in dessen 2 Monaten Amtszeit über 20 politische Morde an Angehörigen der Demokratie-bewegung begangen wurden.

Die ReferentInnen:

Lorena Zelaya ist Aktivistin in der honduranischen Organisation Bloque Popular, die Widerstand gegen Freihandelsabkommen leistet. Seit dem Putsch in Honduras ist sie führendes Mitglied der Bewegung gegen den Putsch und für eine neue Verfassung in Honduras.

Carlos Aguilar ist Koordinator des mittelamerikanischen Zweigs des lateinamerikanischen Widerstandsnetzwerks Grito de los Excluidos

Sie werden ihre Analyse zum sog. Assoziierungsabkommen vorstellen und erläutern, warum und wie die sozialen Bewegungen Zentralamerikas dagegen vorgehen.
Sie rufen die europäische Bevölkerung dazu auf, sich diesem Projekt entgegen zu stellen. Nach der Unterzeichnung Mitte Mai steht die Ratifizierung des Abkommens im Europäischen Parlament an.