Wir laden ein in die Ligsalz8 am Donnerstag 19.02. um 20:00 Uhr.

das ist eigentlich alles
Erfreulich szenische Lesung mit Briefen und Geschichten von Daniil Charms

Szenische Lesung mit Briefen und Texten von Daniil Charms
Es spielen Dominik Burki und Niels Klaunick
Regie: Veronika Wolf

http://theater-stueckwerk.de/lesungen/das-ist-eigentlich-alles/

 

Die Veranstaltung findet auf Spendenbasis statt. Die Spenden gehen an Refugio München und den Bayrischen Flüchtlingsrat.

Was passiert denn da? Gelesen wird auf jeden Fall, das steht außer Frage; fragt sich nur, was das ist, was da gelesen wird, doch dazu kommen wir gleich; und auch etwas im weitesten Sinne Szenisches findet statt; so weit so gut, nur, welche Beschreibung dem Geschehen dieses Abends gerecht wird, lässt sich wegen der Unbeschreiblichkeit des Inhaltes – da wären wir ja schon wieder – kaum in Worte fassen. Soll man versuchen die theatrale Umsetzung eines Textes, dessen Schöpfer die von ihm ausgehende Faszination durch die gnadenlose Verweigerung einer Möglichkeit zur Einordnung, durch das gezielte Brechen jeder Erzählregeln und -gewohnheiten, durch den Ausschluss jeder Berechnung durch den Leser, durch das nette, freundliche Lächeln, das hinter dem Scherbenhaufen jeder Erzählung zum Weiterlesen und Weiterscheitern ermuntert, verdient, in Worte, ach so schwache zu fassen?
Na gut man kann so tun, als könnte man’s. Da sind zwei Briefsammlungen, Sammlungen von Liebesbriefen an zwei sehr unterschiedliche Frauen, oder ist es nur das Gefühl des Autors diesen zwei Damen gegenüber, das sie so unterschiedlich erscheinen lässt, oder animiert der geschickte Schreiber der Zeilen im Leser nur das Gefühl unterschiedliche Gefühle für zwei gleichfühlende Frauen, liebende Frauen, den Autor liebende Frauen oder den Leser liebende Frauen, oder grade nicht liebende Frauen, zu entwickeln? Gibt es zu den zwei unterschiedlichen Temperaturen der Liebe zwei Frauen, liebend oder nicht liebend? Wir wissen selbst nicht was wir sagen sollen.
Versuchen wir’s mit den Texten: Jede Menge Menschen tauchen da auf, wieder liebende oder auch nicht liebende, Menschen, die ihre Zärtlichkeiten durch einen genussvollen Schlag in die Fresse ausdrücken, essende, nicht essende, nicht essend gehende, sterbende, zerfallende und vor allem Menschen, deren Geschichte schon kurz nach ihrem Anfang doch nicht mehr stattfindet, oder gerade trotzdem aber doch ganz anders stattfindet, wenn auch in gewisser Weise verständlich nicht oder anders stattfindet, oder zumindest so viel Anfang hat, dass sich das Ende schon selbst seine Existenz erschaffen wird.
Was erwartet den nicht lesenden aber Gelesenes und auch nicht Gelesenes erlebenden Zuschauer? Lässt sich das nicht beschreibbare Geschriebene in seiner Geschriebenes lesenden und Geschriebenes nicht lesenden aber doch erzählenden, sprechenden, ausdrückenden, nachempfindenden oder einfach – ja was für einer Form nun? – auf jeden Fall: Lässt es sich beschreiben – oder hier sollten wir vielleicht vielmehr sagen: begreifen, behören … nun, wir wissen selbst nicht, was wir sagen sollen, auf Wiedersehen, Ende.

Mit Hingabe und Esprit
Cellesche Zeitung

kurzweilig und sehr einnehmend
Neue Luzerner Zeitung

Wenn das keine Revolution ist: Applaus!
Münchner Merkur

Der Abend verging wie im Fluge! Wunderbar!
aus dem Gästebuch